Birkenbihls „Ball im Tor“ oder wie autonomes Lernen funktioniert

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Tooor, Tooor! Deutschland ist Weltmeister.
Musste Sepp Herberger 
1954 Helmut Rahn erklären, dass sein Ball tatsächlich das Tor zum 3:2 getroffen hatte? Natürlich nicht. Jeder hatte es gesehen. 

Vera F. Birkenbihl entwickelte daraus eine schöne Metapher.

Autonomes Lernen ist wichtig

Hast du schon einmal etwas von autonomen Lernen gehört?
Wird es betrieben, dann stellen sich Erfolgserlebnisse ein, ohne dass die Umwelt (Trainer, Coach, Lehrer) dafür sorgen muss, Ergebnisse zu kommunizieren.
Das Kind braucht in diesem Fall also keinen Lehrer, der ihm sagt, ob die Aufgabe, die es gelöst habe, richtig oder falsch ist. Es weiß, wenn es einen Fehler gemacht hat. Niemand muss es ihm sagen, es weiß es. Es braucht weder eine Bestätigung, kein Lob oder Tadel. Es lernt für sich.
Es weiß, was es lernen soll, es weiß, wie weit es ist bin und es weiß, was es korrigieren muss.

Es war Vera F. Birkenbihl, die immer wieder darauf hinwies, dass solch autonomes Lernen immer das Ziel sein muss. Nur so wird es möglich sein, dass unser Potential auch tatsächlich zur Entfaltung kommt, ohne dass Glaubenssätze der Umwelt uns beeinflussen und erziehen. Es ist die Voraussetzung für (freiwilliges) lebenslanges Lernen gegeben.

Ball-im-Tor-Effekt

Vera Birkenbihl hatte immer herrliche Metapher und Namen für bestimmte Phänomene des Lernens – diesem autonomen Lernen widmete sie die Metapher des „Ball-im-Tor-Effekts“. Wenn der Spieler beim Elfmeter das Tor erzielt, braucht er weder eine positive noch eine negative Rückmeldung des Trainers. Er sieht selbst, dass der Ball im Tor zappelt oder nicht.

Ball-im-Tor-Gelegenheiten finden oder erfinden

Die Kunst sollte sein, dass Lernmöglichkeiten gefunden werden, wo dieser Effekt erreicht werden kann. Im Sport ist es am naheliegendsten- z.B. etwas zu treffen (Basketball, Biathlon, Bogenschießen, Dart, Fechten  …), jonglieren, balancieren, Skateboard fahren, Badminton spielen oder Stelzenlaufen und noch vieles mehr.
Beobachte einmal Kinder (vor der Schulzeit), wie sie Fertigkeiten erlernen wie beispielsweise das Laufen, das Zählen, das Farben sortieren usw.. Fehler werden verziehen. Wir finden es nämlich niedlich, wenn der kleine Mann tapsig seine ersten Schritte macht. …und hinfällt, aufsteht und wieder hinfällt und aufsteht und einen Schritt geht, um wieder hinzufallen. Irgendwann gelingt es ihm, von einem Stuhl zum anderen zu tapsen. Leuchtende Kinderaugen sind etwas Herrliches.
Irgendwann stürzen die Bausteine im Turm nicht ein. Irgendwann erkannte Mama, dass ich ein Pferd gemalt hatte.

Wie kann es uns aber gelingen, auch auf anderen Gebieten diesen genialen Effekt zu erzielen?
Einige der Spielen unserer Akademie für Lernmethoden erzielen diesen Effekt wie zum Beispiel Speedolino Klassik und Speedolino Online, die Lernrallye oder unser neues Spiel Enten und Küken im Dyskalkulie- Paket.
Hier können die Kinder ganz autonom spielerisch lernen und brauchen keinen Partner.

Heute habe ich ein geniales Spiel im Internet gefunden, das von einem Legastheniker für Legastheniker entwickelt wurde. Der Grund: Er war zwar gar nicht schlecht in Mathe, aber konnte die Aufgaben nicht lesen. Mr. Matthew Peterson entwickelte dazu ein Computerspiel, das ganz ohne Worte auskommt. Das spielende (rechnende) Kind klickt intuitiv auf Dinge und bekommt dann relativ schnell mit, was zu tun ist. Und wenn es falsch liegt, kommt der Pinguin eben nicht auf die andere Seite. So einfach wie genial.

Ein toller Vortrag bei TED

Zum Spiel kommst du >>hier<<:

Ball im Tor mit Mathetricks

In letzter Zeit sammle ich für meine Matheseminare oder für das Coaching Rechenspiele, auch Zaubertricks genannt. Auch die sind absolut für diesen Effekt geeignet. Hat man sich verrechnet, klappt der Trick nicht. Aber die Kinder rechnen plötzlich für ihr Leben gern.

Im Matheunterricht könnte man eine Rechenseite mit  Ergebnissen erstellen, die in Rot geschrieben sind. Der Lerner bekommt eine rote Folie, die er über die Ergebnissen legt. Je nach Lernfortschritt lüftet er dann selbst seine Folie. Das Gleiche funktioniert auch mit schwierigen Wörtern, die immer wieder falsch geschrieben werden.

Auch unsere Lücken- Mindmaps sollen diesen Effekt nutzen- Nach und nach füllt sich das Mindmap mit all den Infos, die gebraucht werden und die Kontrolle ist immer sofort da.
Daher bieten wir all unsere Mindmaps auch in dieser Variante an.

Mindmap unvollständig

Mindmap- mit Lücke 30jähriger Krieg

Falls du ebenfalls tolle Ideen hast- immer her damit. Wir sammeln Ideen und geben sie dann gerne weiter.

Viel Spaß beim Sammeln

Dein Jens

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