Spielend lernen mit improvisierten Dingen

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Spielend lernen oder der Wert von Papprollen, Luftballons und einem Bandmaß

Finn und Fiete, unsere beiden Enkelkinder sind an diesem Wochenende
wieder bei Oma und Opa, da Mama Steffi nun auch noch
den Heilpraktiker-Abschluss anstrebt und Papa Martin mit seinem Sportverein unterwegs ist.
Für uns also auch mal wieder Zeit, Zeit mit den Enkeln zu genießen und unter anderem ihnen beim Spielen zuzuschauen.

Sicherlich haben wir eine Menge Spielzeug daheim, aber nichts ist so gut wie improvisiertes:

Fiete (3J.) begeisterte sich ganze 1 ½ Stunden für ein Bandmaß,
das er in meiner Sportlehrertasche gefunden hatte.
Es wurde ausgerollt, aufgerollt. Dann wieder herausgezogen, um wenig später wieder aufgerollt zu werden.
Es wurde um Stühle gelegt und wieder aufgerollt.
Welcher Erwachsene würde wohl freiwillig ein und die gleiche Sache 30mal
hintereinander machen?
Irgendwann beobachtete Fiete, wie sich die Enden des Bandmaßes
in verschiedene Richtungen bewegen, wenn das Band um mehrere Stühle gelegt wurde.
Fasziniertes Staunen.

Improvisation pur

Dann stand Schwertkampf auf der Tagesordnung.
Bruder Finn (7J.) hatte aus dem Papp- Innenleben von mehreren Küchenrollen „Laserschwerter“ gebastelt, mit denen herrlich gekämpft werden konnte.
Nach einer Weile stellte Fiete fest, dass man das Schwert ohne weiteres auch als Schleuder benutzen konnte, wenn man nämlich eine andere Papprolle mit größerem Durchmesser auf das Schwert steckt und dann mit Schwung durch die Gegend „pfeffert“.
Nach dem Falten und Austesten diverser Papierflieger mit Oma Daggi entdeckten die beiden Luftballons. Während Fiete Opa Jensi eine halbe Stunde lang dazu überreden konnte, Luftballons aufzupusten, um sie begeistert durch die Stube schwirren zu lassen, baute Finn daraus eine Boje. Er hatte einen geschliffenen Stein in die Öffnung eines aufgeblasenen Luftballons gesteckt, der tatsächlich das Entweichen der Luft verhinderte, andererseits bestimmt den Ballon aufrecht im Wasser stehen lassen würde… was natürlich ausgetestet werden musste. So also verlagerte sich die Spielwiese in Richtung Badezimmerwanne.
Wie sagte schon Prof. Hüther in seinem gleichnamigen Buch?
Alle Kinder sind hochbegabt.

 „Nur“ ein Spiel? So funktioniert Lernen.

War das alles „nur“ Spiel oder lernten sie beide dabei? Und wie sie lernten.Spielend.
Sie brauchten keine Formel, um festzustellen, dass die Papprolle durch die Fliehkraft wegfliegt.
Dass Luft leichter ist als Wasser, dass eine Umlenkrolle Dinge in eine andere Richtung gleiten lässt.

Ist es nicht herrlich, Kinder gedankenversunken in ihrem Spiel beobachten zu können?
Ist es nicht herrlich, wenn sie unbeschwert, ohne Angst, ohne Sorgen, ohne Gängelei aufwachsen dürfen?

Im Urvertrauen an all die Erwachsenen, die sie gewähren lassen- ihre Eltern, ihre Großeltern, ihre Lehrer und Erzieher.

Na ja, bis der Erwachsenen- Weckruf kommt:
„Aufräumen!“
Das scheint in den Augen der beiden Jungs nicht kindgerecht.
Aber immerhin wartet ja am Ende noch eine Tommy-Tropf-Geschichte vom Opa.

Euer Jens

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